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10.06.2014 21:33 Alter: 5 yrs
Kategorie: Nachrichten Tee

Albert Schweitzer und der Film


Albert Schweitzer war die DDR-Verantwortlichen schon ein heikles Thema. 13 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges erkannte die Regierung die Bedeutung Schweitzers auch fĂĽr die Propagandamaschinerie der Diktatur. 1958 war der Dokumentarfilm Albert Schweitzer im Westen in die Kinos gekommen.

Albert Schweitzer ist ein halbdokumentarischer US-amerikanisch-französischer Spielfilm von Jerome Hill, der Leben und Wirken des berĂĽhmten Urwalddoktors und Friedensnobelpreisträgers Albert Schweitzer zeigt. Er ist ein persönlicher Lebensbericht, zu dem Schweitzer den Text selbst geschrieben und  auch gesprochen hat.

Zum Inhalt: Der junge Schweitzer lässt sich an einem Sonntagmorgen von einem anderen Dorfbuben überreden, mit einer Schleuder auf Vögel zu schießen. Gerade als er die Schleuder spannt, beginnen die Kirchenglocken zu läuten. Er wirft die Schleuder weg und eilt nach Hause. Dieses Schlüsselerlebnis lässt in ihm die Überzeugung wachsen, dass der Mensch Tod und Leid über ein anderes Wesen der Schöpfung Gottes nur bringen dürfe, wenn eine unentrinnbare Notwendigkeit dafür vorliege.

Der 21-jährigen Theologiestudenten, der sich intensiv mit dem Neuen Testament und Ethik beschäftigt, gewinnt die Idee immer mehr Gestalt bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr dem Predigtamt, der Wissenschaft und der Musik zu leben und dann den Weg des unmittelbaren Dienens zu gehen. Vorbilder gibt es genug. Da ist Mutter Theresa zu nennen, die nicht einmal vor den schmutzigen Hütten in Kalkutta Halt macht, um Menschen die Hand zu reichen. Nachdem Schweitzer einige Jahre erfolgreich als Pfarrer, Organist, Hochschullehrer und Schriftsteller gearbeitet hat, beginnt er ein Medizinstudium. Im Alter von 38 Jahren verlässt er seine Heimat, um in Lambarene in Französisch-Äquatorialafrika mitten im Urwald ein Hospital zu errichten, das es heute noch gibt und das wir mit Albert-Schweitzer-Tee unterstützen wollen.

Inzwischen sind mehr als 40 Jahre vergangen. In Straßburg bereitet Schweitzer wieder einmal eine seiner vielen Reisen nach Afrika vor. Er verpackt, was er aus Spendenmitteln beschafft hat. Die Kamera begleitet ihn die Gironde abwärts, durch die Biskaya an die afrikanische Küste, über Dakar den Ogowefluss aufwärts bis nach Lambarene.

Alltag in Schweitzers Wahlheimat: Ein Gehilfe des Urwalddoktors ruft mit einem Tamtam die gehfähigen Kranken zu dem Team rund um Schweitzer herum. Die Schwerkranken werden von Schweitzer selbst aufgesucht. Immer wieder wird gebaut. Eine neue Station für zirka 250 Leprakranke ist im Entstehen. Manchmal jagt ein Tornado die Handwerker von ihren Arbeitsplätzen und zerstört, was soeben errichtet wurde. Am Abend entspannt sich Schweitzer an seinem Klavier mit Orgelpedal… und auch manchmal mit einem Albert-Schweitzer-Tee

Zuletzt zeigt der Film einen Besuch des 80-Jährigen in seiner elsässischen Heimat. In der Günsbacher Dorfkirche sitzt er an der Orgel, die nach seinen Angaben gebaut wurde, und spielt Werke von Johann Sebastian Bach, dem Komponisten, den er über alles geliebt hat und dessen Musik auch in den von uns inszenierten Konzerten erklingt.

Auch die DDR-Filmemacher schauten hier interessiert zu. Aber der Film war zu ideologisch geprägt, ihrer Meinung nach.

So musste ein eigenes Werk her. Also drehte 1960 das DEFA-Studio fĂĽr Wochenschau und Dokumentarfilme einen eigenen Albert-Schweitzer-Film. Kameramann Hans Kracht begleitete eine DDR-Delegation bei einem Besuch in Lambarene zum 85. Geburtstag des  Nobelpreisträgers. Das Drehbuch schreib kein geringerer als Robert Havemann.

Ein historisches Dokument: Denn als Havemann, der im Film auch auftritt, aus der SED ausgeschlossen wurde, gab es den Streifen in der DDR nicht mehr zu sehen.

1995 entstand der kritische Spielfilm Le Grand Blanc de Lambaréné des Regisseurs Emile Bassek Bah Kobbhio als französisch-kamerunische Koproduktion. Im Jahr 2009 wurde Schweitzer von Jeroen Krabbé in Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika dargestellt.

Wir bedanken uns auch hier beim Kooperationspartner der Zeitschrift Frohe Botschaft, der Berliner Filmfabrik, der die Aufführung möglich gemacht hatte.

Im Januar 2013 präsentierten wir den Film in der Stiftskirche des Evangelischen Johannesstifts Berlin
JĂĽrgen Lindner, Mitinitiator der Initiative Albert-Schweitzer-Tee, interpretierte zwei Orgelwerke des Barockmeisters Johann Sebastian Bach
1. Präludium in G-Dur
2. Trio-Sonate in Es-Dur
3. Concerto in d-Moll nach Vivaldi (Satzfolge: Einleitung-Fuge-Siciliano-Allegro) von Johann Sebastian Bach


Im Anschluss erklang


4. Moto ostinato von Petr Eben